Wie funktioniert die klasiche Homöopathie?

An dieser Frage haben sich schon einige versucht, ohne ein wiederholbares und plausibles Ergebnis zu finden. So schreibt bereits Hufeland, ein Zeitgenosse Hahnemanns und liberaler Hochschulprofessor, in dessen anerkannter Zeitschrift "Hufelands Journal" das Ähnlichkeitsgesetz anno 1796 von Hahnemann erstmals ausführlich formuliert und veröffentlicht wurde (zitiert nach Hanspeter Seiler: "Die Entwicklung von Samuel Hahnemanns ärztlicher Praxis", Haug Verlag 1988): "Ich leugne nicht, daß mir die fast unendliche Kleinheit der Dosen bei der Anwendung der Belladonna selbst befremdend war. Hier liegen gewiß noch Geheimnisse, die der gewöhnliche Praktiker und Pharmazeutiker nicht ahnet. Wenigstens bin ich sehr überzeugt, daß das gewöhnliche Quantitätsverhältnis der Mittel nicht immer das richtige Prinzip zur Bestimmung ihrer Wirkungen angenommen werden kann und daß gerade die kleinste Dosis Wirkungen hervorbringen kann, die wir nie bei einer großen sehen."

Ähnliches schrieb auch Hahnemann (zitiert aus Martin Schmitz: "Strömungen der Homöopathie", KVC Verlag 2002): Daß eine c30 "20, 30, 40 Tage und länger" eine Wirkung zeigt - "dieser wahre Satz gehört nicht unter die zu begreifen sein sollenden, noch zu denen, für welche ich blinden Glauben fordere. Ich fordere gar keinen Glauben dafür, und verlange nicht, daß dies jemandem begreiflich sei. Auch ich begreife es nicht; genug aber, die Tatsache ist so und nicht anders. Bloß die Erfahrung sagt's, welcher ich mehr glaube als meiner Einsicht."

Ich persönlich denke, dies ist die einzig vernünftige Herangehensweise, nämlich phänomenologisch, indem man sich einfach aus der Erfahrung, die eine Wirksamkeit tagtäglich "beweist", mit dem Funktionieren des Systems zufrieden gibt und die der Zeit abwartet, in der eine physikalische (?) Erklärung gefunden werden wird.

Jede weitere Spekulation ist, wie ich denke, zum jetzigen Zeitpunkt vergeudete Liebesmühe.