Was kann alles klassisch homöopathisch behandelt werden? Beschränkt sich die Reichweite auf Husten, Schnupfen, Allergien?

Grundsätzlich können alle Krankheitszustände homöopathisch therapiert werden, die noch nicht mit einer vollständigen Gewebedestruktion einhergehen. Beispiele für letzteres sind z.B. das Endbild eines Diabetes mellitus Typ 1 oder der Zustand nach einer vollständig abgelaufenen Autoimmun-Schilddrüsenentzündung (Hashimoto Thyreoiditis), bei denen keine Zellen des Organs mehr vorhanden sind, die seine Funktion übernehmen.

"Kent sagte, dass alle Krankheiten, wie schmerzhaft und bösartig sie auch sein mögen, durch Homöopathie abgewendet oder geheilt werden können. Typhus und Keuchhusten innerhalb von 10 Tagen; akute Bronchitis, Lungenentzündung, Scharlach, Diphterie und Masern in wenigen Tagen; bestimmte Fieber in wenigen Stunden." (zitiert nach M. Blackie, "Lebendige Homöopathie", Sonntag Verlag 1990). Das bedeutet, sowohl akute als auch chronische Zustände können erfolgreich therapiert werden, und man ist oft der Ansicht, dass die Erfolgsrate primär von den Kenntnissen des Behandlers abhängen.

Hochakute Zustände, die eine sofortige chirurgische Intervention erfordern, sind, ebenso wie Knochenbrüche oder -repositionen, keine Domäne der Homöopathie. Sie kann jedoch auch hier begleitend eingesetzt werden.

Noch ein Wort zur möglichen Unterdrückung von Krankheiten. Natürlich kann überall, wo eine Wirkung stattfindet, auch eine Nebenwirkung geschehen. In der Homöopathie zeigt sich dies im Allgemeinen wenn die Mittel, zumeist niedrigpotent, häufig wiederholt werden. Leider gibt es eine Vielzahl von Ratgeberbüchern auf dem Markt, die genau diese Homöopathie empfehlen und propagieren, obwohl hier eine Menge Gefahren lauern. Die Symptome (Krankheiten) werden nicht homöopathisch ausgeheilt, wie dies bei einer Einmalgabe geschieht, sondern durch fortwährende Wiederholung einer nur sehr grob ähnlichen Arznei immer wieder unterdrückt (s. auch den Blogeintrag bei Imedo.de). Von einem solchen Vorgehen ist sehr abzuraten, da es die Homöopathie durch schlechte Langzeitresultate eher diskreditiert, als eine Heilung herbeiführt, auch wenn den hierdurch gezeigten (kurzzeitigen) Wirkungen sicherlich ein Stück weit zu danken ist, da sie die grundsätzliche Wirkung homöopathischer Arzneien im Gegensatz zu den Behauptungen der Pharmakologen deutlich machen. Eine tiefgreifende Heilung kann so aber eben praktisch nicht erreicht werden, sondern nur die (zeitlich) begrenzte Beseitigung oberflächlicher Symptome.